6. Februar 2012 – Tiergestützte Therapie mit Donna

Ein Bericht von Lucie Hüttermann

Im Herbst 2007 erhielten wir als „Soziotherapeutische Station“ das Angebot, die Volieren und einen kleinen Garten im anliegenden Park zu bewirtschaften. Nach der ersten Begehung entstand die Idee, die Begegnung mit Tieren in unsere therapeutische Arbeit mit Patienten einzubeziehen. Mit viel Engagement, Freude und Kreativität seitens der Kollegen und Patienten entstand eine kleine Oase mit verschiedenen Tierarten und Pflanzen. Dieses Projekt zeigte erstaunlich positive Ergebnisse unter Anderem in der Ressuorcenaktivierung und der schnelleren Genesung der Patienten. Ende des Jahres wurde uns deutlich, dass ein Hund mit seiner klaren Kommunikation unser „Tierteam“ ergänzen sollte.

Nach Absprache und Genehmigung der Pflegedirektion kam die Labrador Retriever Hündin Donna am 16. Mai 2008 im Alter von zwei Monaten zu mir.

Zur Station:
Die Station 5 der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Langenhagen (bei Hannover) hat ihren Schwerpunkt in der sozialtherapeutischen Versorgung.
Das Stationsangebot richtet sich vor allem an diejenigen Patienten, für die nach langwieriger, oft chronisch verlaufender Erkrankung die Reintegration in das „normale“ Leben zum Problem geworden ist.

Die therapeutische Funktion der „tiergestützte Therapie mit dem Hund“ zeigt sich:

– auf der innerpsychischen Ebene: Verbesserung der Wahrnehmung, Verstärkung des Körperbewusstseins und der Körperkoordination, Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstwertsteigerung (Erfolgserlebnisse), Aufbau von Ausdauer, Vertrauen, Freude und Reaktionsfähigkeit, Erweiterung der Konzentrations- und Merkfähigkeit, Überwindung von Ängsten, Spüren eigener Grenzen und der von Anderen

– auf der sozialen Ebene: Erhöhen von Vertrauen, Aufbau von Verantwortungsbewusstsein sowie Kooperation und Einfühlungsvermögen, Abwechslung und verbesserte Lebensqualität, die Erfahrung zu machen, dass Tiere nicht bewerten oder bevormunden, Zuneigung (wieder) zu erleben und zu geben, neue Möglichkeiten von Kontaktaufnahme kennen zu lernen, eigene und die Grenzen des Hundes zu erkennen und eigene ggf. zu erweitern, längst verloren geglaubte Fähigkeiten wieder zu erkennen

– auf kommunikativer Ebene: Beobachten des Tieres und darüber reden, Kontaktaufnahme zu dem Hund, in Aktion kommen, gemeinsame Interessen entdecken


Die „tiergestützte Therapie mit dem Hund“ findet in Einzelsitzungen statt.
Immer wieder bin ich erstaunt und erfreut, wie „leicht“ und klar die Kommunikation durch Donna entsteht, wie sie durch ihre aktive, auffordernde und freundliche Art als „Eisbrecher“ fungiert. Dadurch werden schnell und unkompliziert Ressourcen und Defizite beim Patienten erkennbar und entsprechend kann die Therapieplanung gestaltet werden. Es macht mir sehr viel Freude, mit Donna gemeinsam zu arbeiten.